• sl1

    Energie muss man ganzheitlich denken

  • Sl2

    „An Optionen ist gut, dass man sie hat“ (Gerhard Schröder)

  • SL3

    Ohne verlässliche Rahmenbedingungen keine Investitionen

  • SL4

    Die Naturgesetze entziehen sich der politischen Entscheidung

  • SL5

    Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben

  • SL6

    Dauerhafte Subventionen führen zur unternehmerischen Hirnerweichung

Unbundling bei Fernwärme

Unbundling bei Fernwärme

Eine Trennung von Netz und Betrieb ist auch im Fernwärmesektor möglich. Zu dieser Einschätzung kommt Schultz project consult in einer Studie zur „Revolutionierung lokaler Wärmemärkte durch Systemintegration und Sektorkopplung“. Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Reinhard Schultz, dem die Beratungsgesellschaft gehört, sagte gegenüber energate, er sei mit einem Bundesland konkret im Gespräch zur Umsetzung des Konzeptes. Ein solches Unbundling, so die Einschätzung von Schultz, könnte mit einer Gesetzgebung auf Landesebene umgesetzt werden. Dazu werde kein Bundesgesetz benötigt. Auch organisatorisch technisch sei dies umsetzbar. 

Es muss eine Landesregulierung eingerichtet werden, die Netze müssen auf eine rechtlich unabhängige Einheit übertragen werden. Zudem wird ein Systemadministrator benötigt, der für die Organisation des Netzbetriebes und das Zusammenspiel der verschiedenen Erzeuger verantwortlich ist. Eine solche Öffnung der Fernwärmenetze könnte Wettbewerb und Innovationen auslösen. In vielen Kommunen gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die BHKWs unterschiedlicher Größe und auch Fern- und Nahwärmenetze betreiben. In Berlin zum Beispiel sind es neben der Vattenfall, die das Fernwärmenetz betreibt mehr als 40 Anbieter. Diese könnten um die günstigste, CO2-freie oder CO2-arme Wärmeversorgung konkurrieren.

Ausgangspunkt für die Überlegungen von Schultz consult ist ein Scheitern der bisherigen Ansätze, eine konsequente Dekarbonisierung zu erreichen. „Die Vorstellung, dass man mit einer energetischen Gebäudesanierung den Endenergiebedarf in Gebäuden so drastisch reduzieren kann, um die CO2-Ziele zu erreichen ist doch in Großstädten eine Illusion“, sagte Schultz. Das zweite Problem sei in vielen Fällen der völlig veraltete Bestand an Heizungssystemen. Nah- und Fernwärmenetze, für die Wärme aus ganz verschiedenen Arten von Anlagen erzeugt wird, können ein wesentlicher Baustein zur Modernisierung und Dekarbonisierung des Wärmesektors sein. Bis 2030 ist Erdgas für Nah- und Fernwärme der dominierende Brennstoff mit einem Anteil von 86 Prozent in der Erzeugung für die Wärmenetze, so die Analysen von Schultz consult für eine Kommune. Bis 2050 sinkt er auf 36 Prozent, erneuerbare Energien sind dann mit 61 Prozent der wichtigste Brennstoff.

Schultz unterstrich, eine Öffnung der Wärmenetze sei nur ein Baustein für eine Dekarbonisierung des Wärmemarktes in Ballungsräumen ist, um bis 2050 eine Treibhausgasminderung von rund 95 Prozent in dem Sektor zu erreichen. Die Öffnung der Netze muss von einem Anschluss- und Benutzungszwang für Nah- und Fernwärme begleitet werden. Zudem sollte es einen Vorrang für Quartierslösungen bei der energetischen Sanierung geben. Der Anteil erneuerbarer Energien in den Wärmenetzen kann durch steigende Beimisch-Quoten vorgegeben werden. Und, da ist Schultz sehr eindeutig: Es muss einen Ausstieg aus der Ölheizung in städtischen Gebieten geben. Zur Abfederung finanzieller Belastungen schlägt Schultz consult ein Sanierungswohngeld vor.

Die Diskussion um eine Öffnung der Fernwärmenetze ist nicht neu. In Berlin hat die IHK schon 2015 ein Gutachten erstellen lassen, in dem grundsätzlich die möglichen positiven Effekte einer solchen Öffnung bejaht werden. In Berlin wir die Diskussion des Themas dadurch potenziell erleichtert, weil das Fernwärmenetz Vattenfall und keinem städtischen Unternehmen gehört. Aber eine breite politische Diskussion findet bisher nicht statt.

Reinhard Schultz, Inhaber

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